Menschen in unserer Gemeinde

Im Bereich unserer Kirchengemeinde leben Menschen, die eine besondere Aufgabe oder eine außergewöhnliche Geschichte haben. Darüber können Sie hier lesen.
Hier finden Sie z.Z. Porträts über:
  • Lena Mahlich und Felix Müller
  • Dorothea Post, Königsbronn


Mit 17 schon Lehrer

Felix Müller und Lena Mahlich

Felix Müller und Lena Mahlich


Lena Mahlich und Felix Müller bilden Jugendliche aus
Es war schon ein Sprung ins Ungewisse, als Lena Mahlich und Felix Müller im Sommer 2009 die Ausbildung der Trainees in unserer Kirchengemeinde übernahmen. Plötzlich mussten die beiden 17jährigen Schüler die Rolle des Lehrers übernehmen, mit einer Menge Verantwortung und mit wenig Vorerfahrung. Aber Lena und Felix schrecken nicht vor neuen Aufgaben zurück - und nahmen die Herausforderung an. Seit Juni haben sie zehn konfirmierte Jugendliche begleitet, immer sonntags von 17:30 bis 20 Uhr.
Das Trainee-Programm des Evangelischen Jugendwerks bildet Jugendliche zu Jugendmitarbeitern aus. Sie lernen, wie man Spiele vorbereitet und Andachten hält, lesen die wichtigsten Gesetze und Vorschriften, bereiten mehrere Projekte vor und entdecken dabei ihre Stärken, Begabungen und Grenzen.
Felix und Lena hatten zwei Monate Zeit, sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten, erhielten einen dicken Ordner und wurden dabei von Jugendreferentin Ulrike Kresse unterstützt. Hilfreich war auch, dass die beiden schon selbst am Traineeprogramm teilgenommen hatten.
Inzwischen sind neun Monate vergangen. Felix und Lena sind in ihre Rolle aus Ausbilder hineingewachsen – und bei den Trainees gut angekommen. „Top“ seien die beiden, meinen die Jugendlichen und können die Ausbildung den jetzigen KonfirmandInnen weiter empfehlen. „Das Zertifikat, das alle am Ende bekommen, macht sich gut bei einer Bewerbung“, meint Sascha Jäger, einer der Trainees, „und man lernt auch ´was“.
Außerdem sei das Essen spitze. Das haben sie Lena Buhl und Cathrin Leitenberger zu verdanken, die letztes Jahr am Traineekurs teilnahmen und als „Küchenfees“ bei jedem Treffen eine leckere Mahlzeit vorbereiten. Dass vorher ein Tischgebet gesprochen wird, ist für manche eine neue Erfahrung. Jeder kommt mal dran. Überhaupt sei Beten ein spannendes Thema, meint Felix.
Die Jugendwoche in den Herbstferien war ein Höhepunkt – vier Abende, die gut vorbereitet werden mussten, unter anderem weil sie von bis zu 40 Jugendlichen besucht wurden.
Auf der Konfirmandenfreizeit haben die Trainees ihre Urkunden erhalten und blicken nun auf eine spannende Zeit zurück. „Müssten wir öfter machen“ fasst Felix zusammen. Gesagt, getan: die KonfirmandInnen, die bald konfirmiert werden, können am nächsten Trainee-Kurs teilnehmen. Er beginnt im Sommer – und Felix und Lena werden wieder leitend dabei sein.
 
März 2010
 


Etwas Bleibendes

Dorothea Post

Dorothea Post



Neue Altartücher für unsere Kirchen

Wer sich jeden Tag um den Haushalt, die Kinder, das Kochen, Waschen, Bügeln und Einkaufen kümmert, der kennt den Wunsch, etwas Bleibendes zu schaffen. So ist Dorothea Post aus Königsbronn zum kreativen Gestalten, genauer gesagt, zum Weben gekommen. Sie kaufte sich einen Webstuhl und probierte im Lauf der Jahre Verschiedenes aus – zuerst Teppichläufer, dann Handtücher, Tischläufer und Wandbehänge, mit verschiedenen Mustern, die immer feiner, aufwändiger und kunstvoller wurden. Und sie stellte dabei fest: Was am Webstuhl entsteht, daran hat man auch nach Jahrzehnten eine Freude.

Eines Tages kam die Anfrage, ob sie für die Itzelberger Friedhofskirche Paramente (Altar- und Kanzeltücher) anfertigen würde – für die Mutter von drei Kindern eine Herausforderung. Sie sagte zu. Und mit dem Ergebnis waren alle zufrieden. Frau Posts Geschick und Talent sprach sich herum. Inzwischen hat sie für die Nattheimer Martinskirche neue Paramente entworfen und geschaffen – und nun auch für die Michaelskirche und das Wichernhaus.
Drei verschiedene Paare sind es geworden – ein grünes für die Zeit nach dem Dreieinigkeitsfest, Monate des Wachsens und Reifens; ein rotes für Pfingsten und das Reformationsfest, eine Erinnerung an Gottes ermutigenden Geist. Und ein weißes für Weihnachten und Ostern, ein Hinweis auf Jesus Christus.

Wer auf diesem Niveau webt, braucht Zeit und Geduld. Ein bis zwei Zentimeter pro Stunde sind machbar, mehr nicht. Da Dorothea Post in ihrer Freizeit webt und im letzten Jahr Prüfungen als Heilpädagogin ablegte, dauerte es 15 Monate, bis die neuen Paramente fertig waren. Nun sind sie seit Dezember 2007 in Schnaitheim und verschönern die Gottesdiensträume, zeigen die Zeiten des Kirchenjahrs an und machen etwas vom christlichen Glauben sichtbar. Damit hat Frau Post nicht nur für sich, sondern auch für andere etwas Bleibendes geschaffen.

Paramente werden aus erlesener Wolle in aufwändiger Handarbeit geschaffen und sind deshalb kostspielig. Die sechs Tücher haben €3.945 gekostet, die durch zahlreiche und großzügige Spenden und Gottesdienstopfern finanziert werden konnten.
 
Februar 2008


grünes Kanzeltuch, Wichernhaus

grünes Kanzeltuch, Wichernhaus




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