Furchtlos

Nur dreimal im Jahr sind sie in der Kirche zu sehen – zu Pfingsten, zur Konfirmation und zum Reformationsfest: rote Paramente, Tücher am Altar und an der Kanzel.
Rot ist die Farbe des Feuers, und erinnert an die Kraft des Heiligen Geistes und die Gründung der Kirche.

In einem Lied von Siegfried Macht heißt es: Unsre Kirche hat Geburtstag, Gott hat seinen Geist geschenkt, und sie wünscht sich von uns allen, dass ein jeder daran denkt.

Wer hätte das gedacht, dass aus einer Schar von eingeschüchterten, ängstlichen Leuten mutige Menschen werden, die voller Überzeugung von der Auferweckung Jesu erzählen?
Wer hätte das gedacht -  dass aus traurigen Frauen und Männern Menschen mit neuer Zuversicht werden?
Und wer hätte das gedacht, dass aus kleinen, gefährdeten Gemeinden etwas starkes und beständiges wird?
Gottes Geist weht, wohin er will und bewirkt Wunder. Daran erinnert uns Pfingsten.

Wer viel zu tun und große Sorgen hat, wer nicht mehr weiterweiß, der wird wohl nicht mit einem Wunder rechnen, auch, wenn er sich das wünschen würde. Der denkt wohl eher ans Aufgeben, wird nichts mehr erwarten, wird eher schwarz als rot sehen.

Die Bibel erzählt, dass Gottes Geist überraschend kommt und große Veränderungen bewirkt
- eine bewegende Kraft. Sie ermutigt Menschen, erneuert ihre Kräfte und macht lebendig, dort, wo vieles festgefahren ist. Das ist schon eine starke Geschichte, vom Pfingstwunder. Sie stört unsere Zweifel und baut an unserer Hoffnung.

Genauso wie ein Zuspruch im 2.Timotheusbrief: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

Kraft, Dinge auszuhalten, die wir nicht ändern können.
Liebe für Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben - für Kinder, Partner, Eltern, Nachbarn und Kollegen.
Und Besonnenheit, die uns hilft, nicht gleich in Panik zu verfallen, wenn es schwierig wird,
nicht gleich das Schlimmste zu befürchten, sondern ruhig nach Lösungen und Auswegen zu suchen.

Pfingsten macht uns Mut mit diesem Geist zu rechnen, und um ihn zu bitten, wenn es nötig ist. Denn manchmal fehlt er ja an allen Ecken und Enden.

GEBET

Großer Gott, wir bitten dich:

Sei mit deinem Geist in unseren Gemeinden, damit wir standhaft und zuversichtlich bleiben.

Sei mit deinem Geist bei allen, die zu regieren haben, dass sie kluge und hilfreiche Entscheidungen treffen.

Sei mit deinem Geist bei den Traurigen, dass sie den Mut und die Hoffnung nicht verlieren.

Sei mit deinem Geist bei uns allen, damit wir dir vertrauen und einander beistehen, jeden Tag neu.

Amen.